Abriss in Schmöckwitz: Es kommt Bewegung um die Brandruine ins Spiel

Abriss in Schmöckwitz

Der Abriss hat begonnen: Ortskern Schmöckwitz verändert sich

Letzte Aktualisierung: 23.01.2021

Seit knapp 11 Jahren gibt es einen ungelösten Konflikt in der Ortsmitte von Alt-Schmöckwitz (Treptow-Köpenick), der um die Brandgrundstücke des alten Bootshauses und Straßenbahn-Depots kreist. Ein Brand in der Nacht vom 30.08. zum 31.08.2008 zerstörte beide Gebäude nahezu bis auf die Grundmauern. Brandursache war ein technischer Defekt in der E-Anlage der BVG-Halle an der Grenzwand zum Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr.

Plötzlich kam der Abriss

Das Land Berlin hat jetzt damit begonnen, einige Gebäudeteile der benachbarten Insel-Schule Schmöckwitz abzureißen. Hier wird laut Planung ein Schulbau-Projekt neuen, dringend benötigten Raum schaffen.

Zeitgleich wurde auch die angrenzende Brandruine und ein Grundstücksstreifen (Adlergestell 784) mit einem Bauzaun abgegrenzt. Der darauf befindliche Schienenweg, der vielen Wassersportfreunden zum slippen von Booten dient, wurde zusätzlich mit Metallbolzen verschweißt. Mitten im Sommer, mitten in einer eh angespannten Corona-Situation.

Ein kurzfristig anberaumter Vor-Ort-Termin auf bezirklicher Ebene zeigte, dass eine ‚Aktenlage‘ nicht immer mit den Realitäten übereinstimmen muss. Die aufgeschweißten Metallbolzen verschwanden kurz darauf wieder.

Was soll aus der Brandruine werden?

Hier sollen lt. Gernot Klemm (stellv. Bezirksbürgermeister des BA Treptow-Köpenick) 60 Kitaplätze und ein Gemeindezentrum entstehen. Beflügelt wird Letzteres durch Ende 2020 gewährte Lottomittel in Höhe von knapp 900.000,- Euro. Entwurf und Bauplanung sollen folgen.

Neubau stellt Anlieger vor vollendete Tatsachen

Die BIM als landeseigenes Unternehmen schafft zeitgleich Tatsachen und nimmt keine Rücksicht auf Gewerbetreibende oder Bürgerinteressen. Ein Gesprächstermin mit dem Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) oder seinem Stellvertreter Gernot Klemm (Die Linke) wurde trotz mehrmaliger Nachfrage abgelehnt, obwohl alternative Konzeptideen aus dem Ort eingebracht wurden.

Insbesondere die historische Widerbelebung des um 1930 erbauten Bootshauses durch eine „Bootsmeisterei“ oder die Realisierung eines Mehrgenerationenhauses mit inkludierten Schulwerkstätten und Gemeinderäumen sind nachhaltige Konzepte, die allen Interessen im Ort gerecht werden könnten. Auch der Zugang aller Kinder zum Wassersport und der damit eng verknüpften Bootsbautradition am Ort sind lohnenswerte und nachhaltige Aspekte für alternative Ideen.